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Franz Thoma

Der Visionär und Politiker vom Thornhof in Gröbming

Ökonomierat und Landwirtschaftsminister FRANZ THOMA vom Thornhof in Gröbming

Franz Thoma (1886 – 1966) entstammte einem alten bayrischen Bierbrauer­geschlecht aus Landsberg am Lech. Sein Großvater war in Gröbming ansässig geworden. Nach einer Ausbildung zum Textil­techniker und Auslands­aufent­halten in Deutschland und in der Schweiz machte er eine landwirt­schaftliche Fachaus­bildung. Im 1. Weltkrieg war er von 1914 bis 1918 als Offizier vor allem an der Ostfront eingesetzt und wurde mehrmals verwundet.

Mit Kriegsende übernahm er den elterlichen Thornhof in Gröbming und schloss sich politisch dem freisinn­igen und deutsch­natio­nalen Landbund an. Ab 1919 war er mit Unter­brech­ungen steirischer Landtags­abgeordneter. Hinzu kamen zahlreiche Funktionen im wirtschaft­lichen und genossen­schaft­lichen Bereich. Er war jahr­zehnte­lang Obmann des „Steirischen Braun­vieh­zucht­verbandes“ und Obmann der innovativen und geschäftlich erfolg­reichen Land­genossen­schaft Ennstal in Stainach, die heute ein international tätiges Großunter­nehmen ist. Thoma hat sich vor allem in den Bereichen Rinder­zucht, genossen­schaftliche Waren­wirtschaft und Milch- und Molkerei­wirtschaft engagiert und galt als anerkannter Agrar­fachmann.

Der THORNHOF um 1900

Auf ihn wollten auch die neuen NS-Machthaber nach 1938 nicht ganz verzichten und er behielt Positionen im Molkerei­verband und in der Landwirt­schafts­kammer. Von 1939 bis Ende 1941 wurde er als Offizier zur Wehrmacht einberufen. Da er im eigenen Betrieb und bei der Führung der steirischen landwirt­schaft­lichen Genossen­schaften dringend gebraucht wurde, wurde er vom Militär freigestellt. Konflikte mit lokalen NS-Partei­größen führten dazu, dass er bis 1945 fast alle seine Funktionen zurückgelegt hatte.

Nach 1945 stand Thoma wieder an der Spitze der regionalen Genossen­schaften und war bald auch auf Landes­ebene tätig. Er wechselte seine politische Heimat und trat nun sofort dem zur ÖVP gehörenden Bauern­bund bei, um eine starke und politisch einheit­liche Bauern­vertretung zu unter­stützen. Der Landbund hatte nach dem Zweiten Weltkrieg keine Bedeutung mehr. Ab 1948 war Thoma Mitglied der Steiermärk­ischen Landes­regierung und ab 1949 Landtags­präsident. Insgesamt war er zehn Jahre lang Abgeordneter zum Nationalrat.

Am 23. Januar 1952 wurde Thoma österreich­ischer Bundes­minister für Land- und Forst­wirtschaft und blieb es 7 ½ Jahre lang. Er war einer der Unter­zeichner des Österreich­ischen Staats­vertrages. In diesen Jahren des Aufbaus und der Umstruk­turierung der österreich­ischen Landwirt­schaft hatte er am größten Moder­nisier­ungs­schub der Landwirt­schaft im 20. Jahr­hundert maß­geblich Anteil. Die Erhaltung der Struktur der österreich­ischen Landwirt­schaft, mit dem bäuerlichen Familien­betrieb als agrarpolit­ischem Leitmodell, war ihm ein wichtiges politisches Anliegen.

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